Die richtige Ausrüstung für Ihre Bogenjagd

Jagdbogen

Der Jagdbogen

Den richtigen Jagdbogen finden

Nicht jeder Jagdbogen passt zu jedem Jäger. Um den richtigen Bogen zu finden, bedarf es meist professioneller Unterstützung. Welche Bogenart liegt mir? Wie groß soll mein Jagdbogen sein? Welcher Bogen ist für die Jagd auf welches Wildtier geeignet? 

Um Ihnen die Entscheidung etwas leichter zu machen, stellen wir hier die einzelnen Jagdbögen etwas genauer vor!

Compoundbogen

Für viele Bogenjäger ist der Compoundbogen der beste Jagdbogen. Er zeichnet sich durch seine Präzision und Schnelligkeit aus. Durch die ausgefeilte Technik mit nockenähnlichen Kurvenscheiben (Cams) an den Enden des Bogens können mit nur geringem Kraftaufwand hohe Pfeilgeschwindigkeiten erzielt werden. Durch den geringen Widerstand beim Letoff kann sich der Schütze besser auf das Zielen konzentrieren.

Der große Unterschied zwischen dem Compoundbogen und den anderen Bogenarten liegt im Aufbau. Während bei allen Bögen die Sehne direkt mit den Wurfarmen verbunden ist, ist sie beim Compoundbogen ein wenig auf den Cams aufgerollt. Beim Spannen des Bogens werden die Verbindungsseile, welche die Cams verbinden, auf diese aufgerollt. Dadurch werden die Wurfarme zusammengezogen und es wird Spannung aufgebaut. Jedoch wird dem Schützen die größte Widerstand durch die Cams genommen, sodass er beim Let-Off nur eine Kraft von rund 25% halten muss.

Durch diesen speziellen Aufbau des Jagdbogens kann ein abgeschossener Pfeil Ziele auf die Entfernung von bis zu 45m treffen. Durch die hohe Pfeilgeschwindigkeit wird die waidgerechteste Art des Jagens ermöglicht. Durch die scharfen Klingen und die Kraft des Pfeiles verbluten die Wildtiere innerhalb weniger Augenblicke.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass die Jagd mit einem Compoundbogen die modernste und präziseste Art der Bogenjagd ist. Ohne den Compoundbogen hätte die Bogenjagd wahrscheinlich nicht den Stellenwert, welchen Sie am heutigen Tag besitzt. Mit nur geringem Kraftaufwand kann mit dem Compoundbogen waidgerecht gejagt werden.

Recurvebogen

Der Recurvebogen verdankt seinen Namen seinen gebogenen Wurfarmen. Die Sehne liegt beim Recurvebogen an den Wurfarmen an. Durch die kurvenartige Form des Bogens wickeln sich beim Spannen die Wurfarme ab und geben die aufgebaute Energie in die Sehne ab. Durch die Bogenform sind die Beschleunigungswerte höher als bei einem Langbogen.

Ein Recurvebogen besteht aus drei Teilen - den zwei Wurfarmen und dem Mittelstück. Im Mittelstück befinden sich bei allen Bögen dieser Art sogenannte Bogenfenster, dank welchen der Pfeil in der Mitte der Bögen aufliegt. Dadurch gelingt dem Bogenjäger ein besseres Schussbild.

Recurvebögen sind wie Langbögen sehr leicht und daher ideal für Ihre Jagdreise. Während Compundbögen in eigenen Koffern transportiert werden müssen, kann der Revurvebogen problemlos mitgeführt werden. Da er auch sehr einfach aufgebaut ist, sind keine komplizierten Reparaturen oder Wartungen durchzuführen.

Jedoch ist ein Recurvebogen nichts für Anfänger. Da die Wurfarme aus leicht biegbarem Material sind, verdrehen sie sich auch leichter ineinander. Aus diesem Grund müssen Bogenjäger eine saubere Technik besitzen, welche durch viel Übung perfektionert wird.

Langbogen

Der Langbogen ist der klassische Jagdbogen schlechthin. Anders als beim Recurveboge ist zwischen der Sehne und den Wurfarmen beim Langbogen stets ein Abstand. 

Der Vorteil des Langbogen ist sein einfacher Hebel. Da er sich nur einmal biegt, kommt es zu keinen Verdrehungen bei den Wurfarmen. Das heisst, dass der Langbogen sehr stabil ist und daher leichte Fehler verzeiht.

Jedoch erreichen die Pfeile beim Langbogen eine geringere Geschwindigkeit wie zB beim Recurvebogen. Dadurch ist die Flugbahn des Pfeiles schwerer zu berechnen. Beim Langbogen fliegt der Pfeil in einer Parabelform, während er zB beim Revurvebogen eine flache Flugbahn hat.

Das richtige Maß finden

Natürlich hat jeder Bogenjäger seine eigenen Vorlieben was die Maße seines Jagdbogens betrifft. Allgemein gesehen wird heute mit kürzeren Bögen wie noch vor einigen Jahren gejagt. 

Die meisten Compoundbögen werden heute mit einem Achsenabstand von 32 bis 38 Zoll verkauft. Für Bogenjäger, welche gerne auf Jagdreisen gehen, wird ein Maß von 33 bis 35 Zoll empfohlen. In diesem Größenbereich ist der Bogen noch unkompliziert zu transportieren. 

Die ideale Standhöhe für Jagdreisende liegt bei 6,5 bis 7,5 Zoll. Bei diesem Abstand zwischen dem Griff und der Sehne beschleunigt der Pfeil sehr schnell und lässt sich dabei aber noch sehr gut kontrollieren.

Fragen zum Jagdbogen

Welche Bogenart soll ich kaufen?

Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten. Jeder Bogenjäger hat unterschiedliche Vorstellungen und Vorlieben was seinen Jagdbogen betrifft. Um die richtige Bogenart für sich zu finden sollte man die unterschiedlichen Typen am besten ausprobieren.

Kann ich mit jedem Bogen auf die Jagd gehen?

Um mit Pfeil und Bogen auf die Jagd gehen zu können, muss man die Bestimmungen der jeweiligen Jagdländer beachten. Meist muss der Jagdbogen ein gewisses Mindestzuggewicht haben um zur Jagd zugelassen zu sein. Dadurch wird waidgerechtes Jagen gewährleistet.

Was ist der beste Jagdbogen

Generell kann man sagen, dass der Compundbogen für die Jagd am besten geeignet ist. Trotz des geringen Kraftaufwandes können durch die ausgefeilte Technik hohe Pfeilgeschwindigkeiten erreicht werden. Zudem wird durch den geringen Widerstand das Zielen erleichtert.

Wieviel kostet ein guter Jagdbogen?

Als Einsteiger werden Sie mit einem Jagdbogen um 200 € schon sehr viel Spaß haben. Natürlich gibt es auch hier fast keine Grenzen nach oben.

Was muss ich beim Pfeilkauf beachten?

Um die richtigen Pfeile für Ihren Jagdbogen zu finden müssen Sie zwei Dinge beachten - Flexibilität und Länge. Die Flexibilität (Spinewert) sollte an Technik des Schützen und den Bogen angepasst sein. Die Länge hängt von der Auszugslänge des Bogens ab.

Welche Ausrüstung benötige ich noch?

Grundsätzlich können Sie mit Pfeil und Bogen alleine schon auf die Jagd gehen. Um Verletzungen zu minimieren, empfehlen wir Ihnen einen Armschutz und Handschuhe zu tragen. Natürlich ist auch ein Köcher für die Pfeile von großer Bequemlichkeit.